Willkommen bei Autismus Medicus

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Eltern,

wir freuen uns darauf, Sie wieder persönlich in unserer Praxis  begrüßen zu können.

Es ist nun wieder möglich, Termine in unserer Praxis zu vereinbaren, allerdings unter Einhaltung bestimmter coronabedingter Hygienemaßnamen:

  1. Bei Eintritt in die Praxis müssen die Hände desinfiziert werden.
  2. Es muß ein Mund-Nasen-Schutz während des Aufenthaltes in der Praxis getragen werden.
  3. Kinder müssen von zwei Erwachsenen begleitet werden.
  4. ab 16.11.2020 ist ein Corona-Test für Erwachsene obligatorisch. Bitte beachten Sie unsere aktuellen Corona-Hinweise

Ihr Praxis-Team


Dr. med. Salaheddin Faraji
Dr. med. Salaheddin Faraji

Die Website der Privatarztpraxis Dr. Faraji soll Ihnen fachkundige Informationen zum Thema moderner Therapiemöglichkeiten beim Autistischen Syndrom und ADS/ADHS vermitteln und die Praxis, sowie die verschiedenen Therapiemöglichkeiten vorstellen.

Mit meiner Arztpraxis als erste professionelle Anlaufstelle für Eltern von Kindern mit Autismus bin ich dem Wunsch vieler betroffener Familien nachgekommen, biomedizinische Untersuchungen und Behandlungen in Deutschland durchzuführen. Inzwischen nehmen sogar viele Patienten aus anderen europäischen Ländern und dem fernen Ausland den weiten Weg zu uns in Kauf. Es ist mir aber bewusst, dass noch viel Pionierarbeit geleistet werden muss.

Dr. med. S. Faraji, Wetzlar

Wie wichtig ist die Früherkennung?

Es ist unumstritten, dass für Kinder aus dem Autismus-Spektrum größtmögliche Erfolge nur bei sehr früher und konsequenter Therapie erzielbar sind.

Leider wird mit den Therapien in der Regel relativ spät (durchschnittlich im 5. Lebensjahr) begonnen. Meines Erachtens geht hierdurch viel entscheidende Zeit für die Diagnosestellung (wenn diese überhaupt erfolgt) und die Einleitung einer erforderlichen Therapie  verloren.

Gründe hierfür sind:

  • der Mangel an Information bei der Ärzteschaft
  • dass Autismus eine noch seltene Krankheit ist und daher bei Entwicklungsstörungen nicht immer daran gedacht wird
  • definitionsgemäß manifestiert sich Autismus „vor dem vollendeten dritten Lebensjahr“. Diese Aussage wird leider fälschlicherweise oft so interpretiert, dass ein Kind für die Diagnose erst drei Jahre alt sein sollte
  • dass viele Familien auf einen Termin zu Untersuchungen beim Facharzt und die Diagnose Monate lang warten müssen
  • viele Zentren bestehen auf eine stationäre Aufnahme über mehrere Tage, um angeblich den Patienten besser beobachten zu können. Eine Maßnahme, die die Eltern nicht besonders motiviert, dorthin zu gehen
  • die allgemeine laienhafte Vorstellung über „das autistische Kind“ ist, dass es sich „abkapselt“ und mit anderen Menschen „nichts zu tun haben will“. Ich nenne das „Hollywood-Autismus“. Ein Phänomen, dass das Krankheitsbild nicht darstellt und viele Eltern, aber auch Fachleute irreführt, vor allem wenn der Patient anhänglich ist und Körperkontakte sucht.

Auch wenn sich die Eltern Dank des Internets und des immer besser werdenden Informationsflusses, im Vergleich zu vor wenigen Jahren, deutlich gewissenhafter informieren können, werden die Symptome dem Krankheitsbild oft nicht direkt zugeordnet. Sie merken die Entwicklungsstörung vor allem dann, wenn sie ältere Kinder zum Vergleich haben und beschreiben diese dem Kinderarzt, der wiederum in den meisten Fällen die „überängstlichen“ Eltern „beruhigt“. Oft geschieht erst etwas, wenn betroffene Eltern von Erziehern/innen, Ergotherapeuten, Nachbarn oder fremden Menschen auf den Verdacht auf Autismus angesprochen werden.

Was kommt nach der Diagnose?

Bevor für das betroffene Kind etwas unternommen wird, müssen die Eltern sich mit der neuen Situation auseinander setzen. Einen solchen Schicksalsschlag zu verarbeiten, ist für Eltern ein Prozess der sich aus mehreren Phasen zusammensetzt und den alle betroffenen Eltern durchmachen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Dauer und Intensität der einzelnen Phasen sehr verschieden sein können und dass sie sich unterschiedlich oft wiederholen können.

Meiner Beobachtungen nach werden folgende Phasen, nicht immer in dieser Reihenfolge oder so exakt voneinander abgegrenzt, vorkommen:

  • Nicht wahrhaben wollen
  • Wutreaktion. „Warum ich? Warum wir?“
  • Entschlossenheit: „Wir schaffen es!“
  • Resignation: Aufgeben, sich mit der Tatsache abfinden
  • Verdrängen
  • Zur „Normalität“ übergehen

Weil die Kinder sich selbst nicht helfen können, sind sie aber dringend auf die Therapieangebote, die ihre Eltern für sie in Anspruch nehmen (können) angewiesen. Diese sind aber leider in vielen Fällen dem Zufall, wie bspw. dem Wohnort oder Erfahrungsberichten anderer Eltern über Therapien, die deren Kindern geholfen haben, überlassen.

Die wichtigsten Anlaufstellen für hilfesuchende Eltern sind:

  • Kinderärzte
  • Frühförderung der Lebenshilfe
  • Autismus-Therapie-Zentren des Bundesverbandes
  • Internet, individuelle Suchaktionen